Neue Pläne für Neuplanitz

Wegzug, Leerstand und Abriss prägten seit der Wiedervereinigung die Entwicklung von Neuplanitz, Zwickaus zweitgrößtem DDR-Neubaugebiet. Stadt und Wohnungsbaugesellschaften wirken diesen Tendenzen entgegen und investieren in die Aufwertung des von 1973 bis Anfang der 1980er Jahre für rund 20.000 Menschen errichteten Plattenbauviertels. Wohngebäude wurden energetisch und altersgerecht saniert. Das Wohnumfeld wurde durch die aufgelockerte Bebauung und mehr Grünflächen aufgewertet. Der Bau einer Umgehungsstraße und Straßenbahntrasse (jeweils 2005 eröffnet) sorgten für eine Verkehrsberuhigung. Die Gebäude- und Grundstücksgesellschaft GGZ, die in Neuplanitz ca. 1.800 Wohnungen besitzt, startete 2014 eine Werbekampagne für das Wohngebiet, das in Sachen Kindergärten, Schulen, Ärzteversorgung, Einkaufsmöglichkeiten und Nahverkehr gut erschlossen ist. Im Februar 2017 hat die Stadt Zwickau zwei neue Pläne für Neuplanitz angeschoben.

Am 23. Februar fasste der Stadtrat den Grundsatzbeschluss für die Sanierung und Erweiterung des Neuplanitzer Ballsportzentrums. Zunächst ist ab 2019 der Neubau einer Sporthalle vorgesehen, die 1.500 Zuschauern Platz bietet und mindestens für die 2. Handball-Bundesliga der Herren und 1. Handball-Bundesliga der Damen geeignet ist. Geplante Baukosten: 8,1 Mio. Euro. Nach Fertigstellung der neuen Halle Mitte 2020 soll die 1982 eröffnete Dreifeldsporthalle bis Mitte 2021 für 5,5 Mio. Euro saniert werden. Ein Verbindungsbauwerk mit Räumen für Technik und Organisation sowie weiteren Funktionsräumen soll die internen Abläufe optimieren. Die Wohnungsunternehmen sehen in diesem Großprojekt eine wesentliche Aufwertung des Stadtteiles.

Derzeit nutzen drei Handballvereine diese Kernsportstätte für den Stadtbezirk Süd: der BSV Sachsen Zwickau (aktuell 2. Bundesliga Damen), der Zwickauer HC Grubenlampe (Mitteldeutsche Oberliga Männer) und der SV Chemie Zwickau (Bezirksliga Chemnitz Damen). Zudem findet hier der Sportunterricht vom Clara-Wieck-Gymnasium, der Fucik-Oberschule sowie der Martin-von-Römer-Schule für geistig Behinderte statt. Künftig werden auch der BSC Rollers Zwickau (Rollstuhlbasketball, 1. Bundesliga), Basketballclub Zwickau (Regionalliga Südost Männer) und die Sprachheilschule „Anne Frank“ das erweiterte Ballsportzentrum nutzen.

Konzeptionell ist geplant, dem Handball und Basketball/Rollstuhlbasketball aus technischen und organisatorischen Gründen jeweils eine Halle zuzuordnen. Dies gilt sowohl für den Wettkampf- als auch Trainingsbetrieb. Am Vormittag und frühen Nachmittag stehen beide Hallen für den Schulsport zur Verfügung. Das Clara-Wieck.Gymnasium nutzt dann allerdings eine neue Zweifeldsporthalle Am Biel 1, für die im März 2017 die Freimachung des Baufeldes begonnen hat.

Die Rollstuhlbasketballer, Deutscher Meister 2002 und 2009, spielten über viele Jahre in der Scheffelberghalle auf dem Hochschulgelände in Zwickau-Eckersbach. Diese Halle war Eigentum des Freistaates Sachsen. Der Erbbaupachtvertrag zwischen dem Land Sachsen und der Stadt Zwickau lief 2016 aus und wurde nicht verlängert. 2015/16 erfolgte eine Nutzung als Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber. Mittlerweile wurde der Abriss vorgenommen. Somit steht der Stadt eine Großsporthalle weniger zur Verfügung. Dieser Wegfall kann nur durch den Neubau am traditionellen Standort Neuplanitz kompensiert werden. Ursprünglich wollte Zwickau das Vorhaben Ballsportzentrum schon eher in Angriff nehmen. Doch der Abgasskandal bei Volkswagen, der die VW-Stadt zu einer Haushaltssperre zwang, machte den Planern einen Strich durch die Rechnung.

Auch über ein zweites Großprojekt in Neuplanitz hat die Stadtverwaltung im Februar 2017 informiert. Im Frühjahr 2018 sollen die Arbeiten für einen 5,8 Mio. Euro teuren Neubau der Sprachheilschule „Anne Frank“ starten. Voraussetzung dafür sind Fördermittel in Höhe von 2,2 Mio. Euro, für die laut Rathaus „gute Aussichten“ bestehen. Läuft alles wie geplant, könnte das Schulgebäude Anfang 2019 übergeben werden. Konzipiert ist ein Rundbau in teils ein- und teils zweigeschossiger Bauweise mit kurzen Erschließungswegen im Haus. Der geschützte Innenhof soll als Pausen- und Bewegungsfläche gestaltet werden.

In der Sprachheilschule werden derzeit 120 Schüler mit Problemen bei Sprache, Motorik, Wahrnehmung und Konzentration bis zur vierten Klasse unterrichtet. Aktuell nutzt die Einrichtung das Gebäude der ehemaligen, 1910 errichteten Goetheschule. Laut Stadtverwaltung besteht dort „ein ganz erheblicher Instandsetzungsstau“. Beim Brand- und Unfallschutz gebe es „deutliche Defizite“. Eine Komplettsanierung sei zu kostenaufwendig und würde die Bedingungen in der Sonderschule nicht optimieren. Was nach dem Auszug der Sprachheilschule aus dem Kulturdenkmal wird, ist derzeit offen.

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