Völker der Welt: Schaut auf diese Stadt!

Der Volkswagen-Konzern hat angekündigt, sein Fahrzeugwerk in Zwickau zum größten europäischen Kompetenzzentrum für E-Fahrzeuge umzurüsten. In rund zwei Jahren sollen dort die ersten Modelle der sogenannten ID-Familie vom Band rollen. Bei einem Werksbesuch würdigte Sachsens neuer Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU, Foto) die Entscheidung von VW als „großartige Chance“ und sagte weiter: „Die Weltöffentlichkeit wird sich stärker für Sachsen und Zwickau interessieren. Die E-Mobilität ist für Sachsen ein Gewinn und treibt die gesamte Wirtschafts-, Bildungs- und Forschungslandschaft an. Daraus entstehen völlig neue Wirtschafts- und Handelsbeziehungen und nicht zuletzt auch neue Geschäftsmodelle und Arbeitsplätze.“

Der Volkswagen-Konzern forciert derzeit seine Strategie „Transform 2025+“ und investiert dafür bis 2022 weltweit rund 22,8 Milliarden Euro. Der Fokus liegt u. a. auf der weiteren Ausrichtung auf Elektromobilität. Im Jahr 2025 will VW eine Million E-Autos herstellen. Um dieses Ziel schrittweise zu erreichen, ist der Ausbau des Standorts Zwickau zum reinen E-Mobilitäts-Werk eine zentrale Maßnahme. Investitionsvolumen: rund eine Milliarde Euro! Künftig sollen in Zwickau täglich bis zu 1.500 Elektrofahrzeuge auf der Basis des I.D. und des I.D. Crozz für Volkswagen, Seat und Audi gebaut werden. Die technische Grundlage für die Serienproduktion der verschiedenen Modelle bildet der Modulare E-Antriebs-Baukasten (MEB), welcher Reichweiten von 400 bis 600 Kilometern und eine schnelle Stromaufladung ermöglichen soll.

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Fahrzeugwerk von Volkswagen in Zwickau. (Bildrechte: zwickautopia.de)

Sachsens Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Martin Dulig (SPD) bezeichnete die Ankündigung aus Wolfsburg als „sensationelle Meldung“ und „großartiges Signal für den gesamten Wirtschaftsstandort Sachsen“. Die Volkswagen Sachsen GmbH mit Sitz in Zwickau stelle im VW-Konzern die „Speerspitze eines beispielhaften Wandlungsprozesses dar“. Duligs Fazit: „Die Zukunft des Automobils kommt aus Zwickau!“

Um die traditionsreiche Automobilstadt zu einem Zentrum moderner Mobilität zu entwickeln, haben die Volkswagen Sachsen GmbH und die Stadt Zwickau eine Kooperation vereinbart. Fünf Handlungsfelder wurden definiert: Umwelt-Klimaschutz-Energieeffizienz, Kommunikation, Ladeinfrastruktur und Speicherkapazitäten für Elektrofahrzeuge, Stadtentwicklung und Bildung. „Die Umwälzungen bei Volkswagen stellen einerseits eine große Aufgabe für Zwickau dar, etwa im Bereich der Zulieferindustrie, der Infrastrukturentwicklung oder der Bildung“, erklärt Zwickaus Oberbürgermeisterin Pia Findeiß und führt fort: „Andererseits bieten die Veränderungen die große Chance, sich zu einem modernen Standort, der sich durch automobile Kompetenzen auszeichnet, zu entwickeln. Ich bin dankbar, dass uns Volkswagen Sachsen dabei mit Rat und Tat zur Seite steht.“ Darüber hinaus ist das zweitgrößte Unternehmen Mitteldeutschlands (9.850 Mitarbeiter, davon 7.700 in Zwickau), Treiber der Initiative „Zwickau AG“ – einer Art „Allianz für Attraktivität“, welche die Kräfte der Region bündeln und ihr zu mehr Strahlkraft verhelfen soll.

Die Volkswagen-Produktion in Zwickau begann am 21. Mai 1990 mit einem Polo. Heute werden hier die Modelle Golf, Golf Variant, Passat Variant sowie Karosserien für Bentley und Lamborghini hergestellt. 2017 sind etwa 290.000 Fahrzeuge vom Band gerollt – drei Prozent mehr als 2016. Im Dezember verließ der 5.555.555. in Zwickau gefertigte Volkswagen, ein blauer Golf Variant TGI, das Werk im Stadtteil Mosel.

Im Zuge des Umbaus zum reinen E-Mobilitätswerk wird die Produktion der herkömmlichen Modelle an die Standorte Wolfsburg und Emden verlagert. Dazu erklärte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates von VW Sachsen, Jens Rothe: „Zunächst werden wir bis 2019 noch Golf und Golf Variant und 2020 noch den Golf Variant entsprechend unserer Kapazitäten bauen und ab Ende 2019 schrittweise auf MEB-Fahrzeuge setzen. Dazu werden wir eine große Qualifizierungs- und Weiterbildungsoffensive starten und sind davon überzeugt, dass auch in der Gesamtheit mit der Zulieferindustrie am Ende insgesamt ein positiver Beschäftigungseffekt entsteht.“ Der Zukunftspakt biete Beschäftigungssicherung bis 2025 für Volkswagen Sachsen.

Die zum Zwickauer Konzern gehörende „Gläserne Manufaktur“ in der Landeshauptstadt Dresden produziert bereits seit dem Frühjahr 2017 den eGolf – und das durchaus erfolgreich: Dieser „Stromer“ war 2017 das beliebteste Elektroauto in Norwegen. Die Manufaktur („Center of Future Mobility“) verwendet in den Sozialen Medien den programmatischen Hashtag #eValley für die sächsische VW-Achse Zwickau – Chemnitz (Motorenwerk) – Dresden.

Foto oben
Besuch von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer im Zwickauer VW-Werk. (Bildrechte: Volkswagen Sachsen, Ralph Koehler/propicture)

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