Schlussakt für das „TiM“

Fast 40 Jahre nach seiner Eröffnung am DDR-Republikgeburtstag 1979 hat der Abriss des „TiM“ – Theater in der Mühle – begonnen. Im Januar 2019 war das Gebäude zunächst entkernt und von allen Versorgungsleitungen getrennt worden. Anfang Februar rückten die Abrissbagger an, um Platz für einen Neubau der Gebäude- und Grundstücksgesellschaft Zwickau (GGZ) zu schaffen. Der Großvermieter wird seinen Firmensitz von der Bahnhofsvorstadt (Parkstraße 4) an das südliche Eingangstor zur Innenstadt (Gewandhausstraße 7) verlegen.

Der Name „Theater in der Mühle“ hat einen geschichtlichen Bezug. Hier befand sich einst die sogenannte Silberhofmühle, später der Volkseigene Betrieb (VEB) Stadtmühle. „Nach dem Neuaufbau 1945/1946 und der Nutzung als Mühle erfolgte nach einem Umbau 1979 die Übergabe an das Theater Zwickau mit der Nutzung als Spielstätte, Gaststätte und Verwaltungssitz“, teilte die GGZ auf ihrer Facebook-Seite mit und erklärte den Grund für den Abriss des nicht denkmalgeschützten Hauses: „Das Gebäude selbst war seit vielen Jahren nur eingeschränkt nutzbar und in einem schlechten baulichen Zustand. Seit dem Jahr 2010 waren die Etagen ab dem ersten Obergeschoss nicht mehr nutzbar, Fundus und Werkstatträume des Theaters an einen anderen Standort verlagert. Der notwendige Sanierungsaufwand wurde 2010 bereits auf 2,7 Millionen Euro geschätzt.“

2016 hat die Stadt Zwickau das an der Zufahrt zur Bundesstraße 93 gelegene Grundstück für 217.000 Euro an die GGZ verkauft. Laut Beschlussvorlage des Finanzausschusses vom 19. Februar 2016 soll hier eine fünfgeschossige Verwaltungszentrale entstehen. Vorgesehen sind ca. 600 Quadratmeter Einzel- und Doppelbüros für 55 Mitarbeiter sowie ca. 900 Quadratmeter Nebenflächen für Beratungsräume, Sanitärräume, Räume für Bürotechnik, Lager/Archiv und Teeküchen.

Die Stadtverwaltung begrüßt die Verlagerung des Firmensitzes in das Stadtzentrum: „Die Mitarbeiter sowie Kunden der GGZ mbH werden zur Belebung der Innenstadt beitragen. Der Standort befindet sich in einem verkehrlich stark belasteten Bereich. Aus immissionsschutzrechtlicher Sicht ist eine Nutzung für Verwaltung/Dienstleistung am Standort positiver zu werten als Wohnnutzung.“

Wo das zum Theater Plauen-Zwickau gehörene TiM seine neue Spielstätte finden wird, steht noch nicht fest. Als Interimslösung käme der nahegelegene Malsaal des Theaters Plauen-Zwickau in Frage. Dieses Objekt dient allerdings bereits als Ausweichspielstätte für das Gewandhaus, welches noch bis voraussichtlich 2020 saniert wird.

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