Landesausstellung 2020: Zwickau wird Sachsens Hauptstadt der Industriekultur

Während Zwickau 2018 sein 900. Stadtjubiläum feiert, werden im Hintergrund schon die Vorbereitungen für das nächste Großereignis getroffen: die 4. Sächsische Landesausstellung, deren zentraler Schauplatz die Stadt Zwickau sein wird. Vom 25. April bis 1. November 2020 findet die Leitausstellung im sogenannten Audi-Bau an der Audistraße statt. Sie ist das zentrale Ereignis im „Jahr der Industriekultur“ und wird von sechs Satellitenausstellungen begleitet: dem „Schauplatz Automobil“ im August-Horch-Museum Zwickau, dem „Schauplatz Maschine“ im Sächsischen Industriemuseum Chemnitz, dem „Schauplatz Eisenbahn“ im Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf, dem „Schauplatz Textil“ in der Tuchfabrik Gebr. Pfau Crimmitschau, dem „Schauplatz Erz“ in der Himmelfahrt Fundgrube Freiberg und dem „Schauplatz Kohle“ im Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge. Im Januar ist das vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst berufene 45-köpfige Kuratorium zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengetreten.

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Völker der Welt: Schaut auf diese Stadt!

Der Volkswagen-Konzern hat angekündigt, sein Fahrzeugwerk in Zwickau zum größten europäischen Kompetenzzentrum für E-Fahrzeuge umzurüsten. In rund zwei Jahren sollen dort die ersten Modelle der sogenannten ID-Familie vom Band rollen. Bei einem Werksbesuch würdigte Sachsens neuer Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU, Foto) die Entscheidung von VW als „großartige Chance“ und sagte weiter: „Die Weltöffentlichkeit wird sich stärker für Sachsen und Zwickau interessieren. Die E-Mobilität ist für Sachsen ein Gewinn und treibt die gesamte Wirtschafts-, Bildungs- und Forschungslandschaft an. Daraus entstehen völlig neue Wirtschafts- und Handelsbeziehungen und nicht zuletzt auch neue Geschäftsmodelle und Arbeitsplätze.“

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Neues HBK-Ärztehaus – das nächste Puzzleteil beim Neumarkt-Umbau

Der Neumarkt ist das Herz der Zwickauer Nordvorstadt. Auf diesem Platz im sehenswerten Gründerzeit- und Jugendstilviertel wird seit den 1930er Jahren gehandelt, getratscht und herzhaft gegessen. Er wurde damals als hochwertiger öffentlicher Raum in der städtebaulich wichtigen Platzfolge Hauptmarkt – Schumannplatz – Neumarkt – Römerplatz angelegt, um den Frischemarkt aus der Innenstadt zu verlagern. Hier gibt es außer Blumen, Eiern oder Backwaren auch eine lokale Spezialität: die Zwickauer „Brühlette“, ein fingerdicker Fleischkäse im Brötchen. Seit geraumer Zeit vollzieht sich rund um den Neumarkt Stück für Stück ein städtebaulicher Wandel: es wird abgerissen, neu gebaut und saniert.

  • 2013 haben die Städtischen Verkehrsbetriebe Zwickau (SVZ) die Haltestelle Neumarkt (im Bereich der Bosestraße) modernisiert und barrierefrei ausgebaut. Drei Viertel der Kosten in Höhe von einer Million Euro übernahm der Freistaat Sachsen.
  • 2014 hat die Stadt Zwickau den Markt für knapp eine Million Euro aufgehübscht. Der Platz erhielt neue Verkaufsstände, neue Abwasser- und Trinkwasserleitungen, neue Bodenbeläge, ein Blindenleitsystem, barrierefreie Zugänge, eine neue Trafostation, eine Ladesäule für Elektrofahrzeuge und neue Lichtmasten. An den Platzrändern wurden neue Bäume gepflanzt.
  • Die Zwickauer Wohnungsbaugenossenschaft (ZWG) hat 2015/16 die bis dato offene Westseite des Neumarktes mit einem Wohn- und Geschäftskomplex vollendet. Gleichzeitig hat die ZWG das Wohn- und Geschäftshaus Bosestraße 33 mit dem denkmalgeschützten Flachbau grundhaft saniert. In den Flachbau ist u. a. das zuvor am Georgenplatz beheimatete SVZ-Kundenbüro eingezogen.

Das nächste große Puzzleteil beim Neumarkt-Umbau: Im Dezember 2017 wurde auf der Südseite des Platzes der Grundstein für ein neues Ärztehaus des Heinrich-Braun-Klinikums (HBK) gelegt.

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Zwickaus DDR-Verkehrsbauten erleben ihr „blaues Wunder“

Die Stadt Zwickau hat sich 2017 von einem erhaltenswerten Stück DDR-Architektur getrennt. Die Fußgängerbrücke „Blaues Wunder“ wurde abgerissen und durch Zebrastreifen ersetzt. Obwohl das blau lackierte Bauwerk einen geringen architektonischen Wert aufwies, war es ein städtebaulicher Ausdruck seiner Zeit und für den Stadtteil Eckersbach ortsbildprägend. Ein weiterer Wermutstropfen für viele Eckersbacher und Straßenbahnfreunde: Mit dem Blauen Wunder ist zugleich ein beliebter Aussichts- und Fotostandpunkt verschwunden. Auch die Tage der Zentralhaltestelle, zur Eröffnung 1988 ein Schmuckstück der DDR-Moderne, sind gezählt.

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Verzwickte Streetart

Der Zwickauer Tätowierer Randy Engelhard gehört zu den bekanntesten seiner Zunft. In der Fernsehshow „Horror Tattoos – Deutschland, wir retten deine Haut!“ (Pro Sieben, Sixx) gestaltet er misslungene Tattoos um – mit verblüffenden Ergebnissen. Engelhard betreibt in der Zwickauer Innenstadt an der Peter-Breuer-Straße 17 die schicke „Lifestyle-Passage“. Herzstück ist sein Tätowierstudio „Heaven of Colours“ – freie Termine sind heiß begehrt. Auch Prominente wie Sophia Thomalla begeben sich in die Hände des Meisters der Körperkunst, der sich seiner Heimatstadt verbunden fühlt. Hier organisiert Randy Engelhard die Messe „Tattoo Expo“ und ließ kürzlich gegenüber vom Tattoo-Studio die Parkplatzwände mit kunstvollen Graffiti-Bildern gestalten. Dieser Streetart-Aktion in unmittelbarer Nähe zum Dom St. Marien war ein öffentlich ausgetragener Streit mit dem Rathaus vorausgegangen.

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Kommt Zeit, kommt Rad!

Rund 30 Zwickauer Bürger schwangen sich am 21. August 2017 auf ihr Fahrrad und starteten mit Oberbürgermeisterin Pia Findeiß zur ersten Stadtfahrradtour. Die fast sieben Kilometer lange Premierenroute führte vom Hauptmarkt über die für Radfahrer freigegebene Hauptstraße in die Nordvorstadt und weiter nach Marienthal. Die Drahtesel-Karawane legte mehrere Zwischenstopps ein. Autofahrer und Passanten staunten angesichts des Pulks aus Pedalrittern. An den Etappenorten erläuterten OB Findeiß, Ulrich Skaruppe vom Tiefbauamt und Uwe Ziesler von der Stabsstelle Stadtentwicklung Ideen und konkrete Vorhaben, wie der Radverkehr in die Gänge kommen soll.

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Textilruine „Aktivist“ geht es an den Kragen

Nach dem umstrittenen Abriss des Gardinen- und Dekowerkes (Gardeko) an der Werdauer Straße (2011/12) verschwindet derzeit ein weiteres Stück Zwickauer Textilindustriegeschichte aus dem Stadtbild: Dem „Aktivist“ schlägt die letzte Stunde. Für rund 1,2 Millionen Euro lässt die Stadt nach Jahren schwieriger Grundstücksverhandlungen, komplexer Voruntersuchungen und Planungen die Ruine der ehemaligen Strickwarenfabrik im Stadtteil Oberplanitz komplett abreißen. Kontaminierte Bodenbereiche werden beseitigt bzw. saniert. Der einsturzgefährdete Schandfleck inmitten eines Wohngebietes stellte eine Gefahrenquelle für Kinder dar und war dem Vandalismus preisgegeben. 2016 fing der Dachstuhl Feuer. Das Abrissvorhaben wird zu 90 Prozent über das Programm Brachenrevitalisierung durch den Freistaat Sachsen gefördert. Der Eigenanteil der Stadt beläuft sich auf rund 136.500 Euro.

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