„A Cure for Wellness“: Hollywood setzt Zwickaus Johannisbad in Szene

Im Sommer 2015 klopfte Hollywood-Regisseur Gore Verbinski an die Pforten des Zwickauer Johannisbades. Das Jugendstil-Juwel öffnete dem amerikanischen Filmemacher die Türen – das Ergebnis der abgeschirmten Dreharbeiten ist seit Jahresbeginn im Kino zu sehen. Am 23. Februar startete der Psychothriller „A Cure for Wellness“ in den deutschen Lichtspielhäusern. Die prächtige Schwimmhalle des Bades bildet die Kulisse für ein fiktives Wellness-Resort in den Schweizer Alpen, in dem sich Rätselhaftes und Mysteriöses abspielt.

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Als das DDR-Fernsehen Zwickau in Wuppertal und Paris verwandelte

In der Reihe „Wo die Shows zu Hause sind“ befasste sich das MDR-Fernsehen im Jahr 2013 mit dem Zwickauer Konzert- und Ballhaus „Neue Welt“. Der Zuschauer erfuhr allerlei Interessantes und Amüsantes über das 1903 eröffnete, an der Leipziger Straße im Stadtteil Pölbitz gelegene Jugendstil-Juwel. Beiläufig wurde erwähnt, dass hier Mitte der 1980er Jahre Szenen für den DDR-Zweiteiler „Ernst Thälmann“ gedreht worden sind. Inzwischen ist der Film auf DVD bei „Icestorm“ erschienen. Da sich im Internet und Stadtarchiv kaum Hinweise auf die damaligen Dreharbeiten in Zwickau finden, war die Sichtung des Films umso aufschlussreicher. Nicht nur die Neue Welt diente vor 30 Jahren als Kulisse, sondern auch das Westsachsenstadion (damals Georgi-Dimitroff-Stadion) für eine spektakuläre Massenkundgebung sowie die Paradiesbrücke für eine Goebbels-Szene.

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Zwickaus Obus-Zeitalter: 39 Jahre auf Draht zwischen Weißenborn und Stenn

Vor 40 Jahren wurde Zwickaus bis dato älteste Straßenbahnlinie, die Nummer 3 vom Hauptbahnhof über den Hauptmarkt in die Nachbarstadt Wilkau-Haßlau, eingestellt. Zur gleichen Zeit zeichnete sich im örtlichen Nahverkehr das Ende einer anderen Ära ab – das Zeitalter der Oberleitungsbusse. Die Verkehrsbetriebe setzten damals verstärkt Gelenk-Dieselbusse vom ungarischen Typ Ikarus ein, denn der Import neuer Obusse und Ersatzteile in die DDR lief aus. Nach und nach verschwanden die Busse mit den Fahrleitungsmasten aus dem Zwickauer Stadtbild: Zunächst wurden die Anhänger aus dem Verkehr gezogen; es folgte ein Mischbetrieb Obus/Omnibus. Schließlich fuhren die Obusse nur noch als Verstärker. Nach fast 39 Jahren endete am 31. August 1977 der Betrieb auf Zwickaus einziger Obus-Linie Weißenborn (Stadtpark/Siedlung) – Poetenweg – Lichtentanne – Stenn (bis etwa 1956 Linie „E“, danach „A“, ab 1975 „17“).

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Roter Stern, grünes Band: Die Gesichter des Zwickauer Schumannplatzes

Die jeweilige politische Großwetterlage – Kaiserreich, Weimarer Republik, Drittes Reich, Sozialismus – spiegelt sich in den früheren Namen des Zwickauer Schumannplatzes wider. Er hieß Kaiser-Wilhelm-Platz (ab 1875), Rathenauplatz (ab 1920), Wilhelmplatz (ab 1933), Egerländer Platz (ab 1938) und Karl-Marx-Platz (ab 1945). Der aktuelle Name hat seit 1993 Bestand. Der Schumannplatz ist das nach Zwickaus berühmtem Komponisten benannte nördliche Tor zum Stadtzentrum und reiht sich in das „grüne Band“ ein, zu welchem das Mulde-Paradies, die historische Anlage Schloss Osterstein und das denkmalgeschützte Grün entlang des Dr.-Friedrichs-Rings gehören.

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Und Klein-Prag lag brach: Der Radikalumbau zur „sozialistischen Großstadt“ Zwickau

Eine unscheinbare Infotafel am Alten Steinweg 25-29 verweist auf ein unrühmliches Kapitel in der Zwickauer Nachkriegsarchitektur – den radikalen Umbau des historischen Zentrums. „In diesem Gebäude wurde am 5. Oktober 1984 die 25.000. Neubauwohnung in Zwickau seit Bestehen der Arbeiter- und Bauernmacht übergeben“, lautet die Inschrift. Zwar entstand damals neuer Wohnraum für tausende Menschen, dies geschah aber mit wenig Rücksicht auf die seit Jahrhunderten gewachsenen Stadtstrukturen. Es war eine geradezu tiefgreifende Umgestaltung zur „sozialistischen Großstadt“ im Gange. Den Ostteil der von mittelalterlichen Quartieren geprägten Altstadt ließen, schreibt der Autor Bernd-Lutz Lange, „ästhetisch ungebildete Funktionäre“ abreißen. „Provinzielles Denken und die simplen Vorstellungen von Schönheit“ hätten „diese kulturgeschichtliche Untat ersten Ranges“ ermöglicht. ZWICKAUTOPIA gibt einen Einblick in die von 1968, dem Jahr des 850. Stadtjubiläums, stammende „politisch-ideologische Konzeption zum Zentrum der Stadt Zwickau“.

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