Gurlitts Geist, Glücksfall Pechstein: Auf den Spuren der Zwickauer Expressionisten

New York? Berlin? ‪Zwickau‬! 3.000 Besucher sahen 2015 die Ausstellung „Perlmutt“ des international renommierten Künstlerehepaars Rosa Loy (gebürtige Zwickauerin) und Neo Rauch. „Warum ausgerechnet in Zwickau?“, fragte die FAZ. Rauch und Loy seien im Grunde „zu berühmt für Zwickau (…), die kleine Stadt in Sachsen, die gerade eine Haushaltssperre verhängen musste, weil der VW-Konzern zu den Hauptarbeitgebern zählt und die Zukunft wieder unsicher geworden ist.“ Reaktionen wie diese bewiesen, dass dem Verein Freunde Aktueller Kunst ein Coup gelungen war. Auch 2016 setzt Zwickau, das gewöhnlich als Automobil- und Robert-Schumann-Stadt wahrgenommen wird, ein Ausrufezeichen in der Kunstszene. Noch bis 3. Oktober zeigt das in den Kunstsammlungen Zwickau integrierte Max-Pechstein-Museum die Ausstellung „Der Traum vom Paradies. Max und Lotte Pechsteins Reise in die Südsee“. Auf Grundlage der Reisetagebücher will das Museum die beschwerliche, vom Kriegsausbruch überschattete Reise zu den Palau-Inseln im Jahr 1914 erstmals systematisch rekonstruieren.

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Die Planitz-Familie: Zwickaus größter Stadtteil und seine Namensvettern

Als Zwickau 1944 die Kleinstadt Planitz eingemeindet hat, war das eine Zweck-, keine Liebesheirat. Mit den über 20.000 Planitzern stieg Zwickau in den exklusiven Club der deutschen Großstädte auf. Das spezielle Planitzer Lokalkolorit ist nach über 72 Jahren Ehe nicht verblasst. Der Zwickauer Süden pflegt beharrlich seine Eigen- und Besonderheiten: Zu Weihnachten dreht sich auf dem Planitzer Markt eine eigene Pyramide, man gibt eine launige Monatszeitschrift heraus („Der Planitzer“) und betont allzu gern, dass man Planitzer und kein Zwickauer ist. So eigenwillig sich Planitz auch gibt – ganz und gar einzigartig ist es nicht. Zwickaus größter Stadtteil besitzt im In- und Ausland einige Namensvettern. ZWICKAUTOPIA stellt die Planitz-Familie und einen Lokalpatrioten, dessen Todestag sich zum fünften Mal jährt, vor.

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Vom Auslaufmodell zum Oldtimer: Der Trabant zwischen Kult, Kitsch und Kommerz

Fast 25 Jahre ist es her, dass in Zwickau die Trabant-Produktion eingestellt worden ist. Am 30. April 1991 rollte im Sachsenring-Werk der letzte Zweitakter – ein pinkfarbenes Modell – vom Montageband. Zwickau ehrt seine „Legende auf Rädern“ mit einem Denkmal, welches eine dreiköpfige Familie mit ihrem Trabi darstellt. Laut einer am Sockel angebrachten Plakette soll es die Zwickauer Automobilwerker würdigen, die „dank ihres Erfindergeistes und ihrer Improvisationsfähigkeit allen widrigen Umständen zum Trotz mehr als 30 Jahre diesen zuverlässigen und langlebigen Kleinwagen bauten.“ Auf einer weiteren Plakette sind die Stückzahlen aller 3.096.099 ab 7. November 1957 gefertigten Trabis aufgelistet: 131.420 Wagen vom Modell P 50, 106.628 P 60, 2.819.229 P 601 und 38.822 P 1.1. Auch andernorts huldigt man mit einer Mischung aus Kult, Kitsch und Kommerz dem Zwickauer Zweitakter.

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Die Goldenen Siebziger: Sachsenrings Siegeszug und die Ära Fritzsch in Dresden

Vor 40 Jahren hat der Zwickauer Fußball für Furore in Europa gesorgt. Im Frühjahr 1976 stürmte die BSG Sachsenring Zwickau bis ins Halbfinale des Europapokals der Pokalsieger. Das Vordringen der Betriebssportgemeinschaft (BSG) unter die vier besten Teams dieses Wettbewerbs gehörte zu den Fußballsensationen der 1970er Jahre. Die Sportfunktionäre hatten zunächst überlegt, ob sie den Außenseiter – DDR-Überraschungspokalsieger des Jahres 1975 – überhaupt für den Europacup anmelden sollen. Jürgen Croy und Co. belehrten sie eines Besseren.

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ICE „Zwickau“: Westsachsens blitzschneller Deutschland-Botschafter

Im Hochgeschwindigkeitsnetz der Deutschen Bahn flitzt seit fast zwölf Jahren der ICE „Zwickau“ durch die Lande. Seinen Namen bekam der bis zu 280 km/h flotte Schnellzug am 31. Juli 2004 im Hauptbahnhof: Zwickaus damaliger Oberbürgermeister Dietmar Vettermann und Sachsens damaliger Bahnchef Hans-Jürgen Lücking, der das Eisenbahner-Einmaleins in Zwickau erlernte, tauften den ICE mit Bier aus der Mauritius-Brauerei. Der Spielmannszug Zwickau begleitete das Ereignis musikalisch.

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Der U-Bahnhof „Zwickauer Damm“ im einst längsten Tunnel der Welt

Die U7 ist mit 40 Stationen und knapp 32 Kilometern die längste U-Bahn-Linie der deutschen Hauptstadt. Sie verläuft durchgängig unterirdisch auf ehemaligem Westberliner Territorium – vom Rathaus Spandau über Haselhorst, Siemensstadt, Charlottenburg, Wilmersdorf, Schöneberg, Kreuzberg, Neukölln, Gropiusstadt und Britz nach Rudow im Südosten. Der zweite bzw. vorletzte Bahnhof heißt Zwickauer Damm. Er befindet sich am Fuße des 84 Meter hohen Wohnhauses Zwickauer Damm 12 im Reißbrettviertel Gropiusstadt.

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