Landesausstellung 2020: Zwickau wird Sachsens Hauptstadt der Industriekultur

Während Zwickau 2018 sein 900. Stadtjubiläum feiert, werden im Hintergrund schon die Vorbereitungen für das nächste Großereignis getroffen: die 4. Sächsische Landesausstellung, deren zentraler Schauplatz die Stadt Zwickau sein wird. Vom 25. April bis 1. November 2020 findet die Leitausstellung im sogenannten Audi-Bau an der Audistraße statt. Sie ist das zentrale Ereignis im „Jahr der Industriekultur“ und wird von sechs Satellitenausstellungen begleitet: dem „Schauplatz Automobil“ im August-Horch-Museum Zwickau, dem „Schauplatz Maschine“ im Sächsischen Industriemuseum Chemnitz, dem „Schauplatz Eisenbahn“ im Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf, dem „Schauplatz Textil“ in der Tuchfabrik Gebr. Pfau Crimmitschau, dem „Schauplatz Erz“ in der Himmelfahrt Fundgrube Freiberg und dem „Schauplatz Kohle“ im Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge. Im Januar ist das vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst berufene 45-köpfige Kuratorium zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengetreten.

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Millionen-Kur für Dresdner Wahrzeichen aus Zwickauer Stahl

Das „Blaue Wunder“ gehört zu den touristischen Attraktionen der sächsischen Landeshauptstadt Dresden. In die Elbhänge malerisch eingebettet, verbindet die 280 Meter lange Brücke die Villenviertel Blasewitz und Loschwitz. Die Königin Marienhütte im heutigen Zwickauer Stadtteil Cainsdorf hat einst die Stahlteile für die 1893 geweihte „Loschwitzer Brücke“ – so heißt die graublaue Elbquerung offiziell – gefertigt. In der Tradition der Cainsdorfer Hütte steht das am Zwickauer Brückenberg ansässige, international agierende Unternehmen ZSB Zwickauer Sonderstahlbau.

Die beeindruckende Dresdner Elbquerung war die 1.500. Brücke des westsächsischen Werks. Als eine der ersten Brücken überhaupt kam das Blaue Wunder ohne Pfeiler im Strom aus. Vor der Eröffnung musste es einer Belastungsprobe standhalten: Auf der Brücke befanden sich gleichzeitig u. a. mit Steinen und Schiffsankern beladene Straßenbahnen, Dampf- und Straßenwalzen, Wasserwagen, Pferdekutschen, eine Kompanie des Dresdner Jägerbataillons und 150 Passanten.

Die hohe Verkehrsbelastung des Blauen Wunders führte mit zum Bau der 2013 eröffneten Waldschlösschenbrücke, die Dresden den Unesco-Welterbetitel kostete. Bereits 1985 war die Straßenbahn von der historischen Brücke verbannt worden. In den nächsten Jahren lässt die Stadt Dresden das betagte Bauwerk umfassend sanieren. „Für das kommende Jahrzehnt wird das historische Wahrzeichen der Stadt in verschiedenen Etappen zu einer Dauerbaustelle. Die geplanten Arbeiten kosten etwa 45 Millionen Euro“, teilte die Stadtverwaltung im Dezember 2017 mit. Erneuert werden der Korrosionsschutz, Geländer und Streben, Ankerkammern und Lager, Fahrbahnen und Gehwege. Darüber hinaus werden Risse in den Pfeilern verpresst.

Trabi total von Kopenhagen bis Kalifornien

Vor 60 Jahren, am 7. November 1957, lief im Zwickauer Sachsenring-Werk der erste „Trabant“ vom Montageband. Dieser Name, welcher Begleiter oder Weggefährte bedeutet, war aus Vorschlägen der Beschäftigten hervorgegangen. Weil es an Blech fehlte, verwendeten die Ingenieure einen Kunststoff aus Phenolharz und Baumwolle: „Duroplast“, eine geniale Improvisation angesichts der Materialknappheit. Mit Zweitaktmotor und „Reng-Deng-Deng“-Sound wurde das Auto (26 PS, 110 km/h), von dem bis zum 30. April 1991 fast 3,1 Millionen Exemplare gefertigt worden sind, zum Soundtrack des Alltags in der DDR. Sogar das Sandmännchen rollte im Trabi zum „Abendgruß“.

Zwickau ehrt den DDR-Volkswagen mit einer „Trabantstraße“ und einem Denkmal am August-Horch-Museum. Es stellt eine dreiköpfige Familie mit ihrem „Trabi“ dar und würdigt die Automobilwerker, welche „dank ihres Erfindergeistes und ihrer Improvisationsfähigkeit allen widrigen Umständen zum Trotz mehr als 30 Jahre diesen zuverlässigen und langlebigen Kleinwagen bauten.“ Weiterentwicklungen des anfangs zeitgemäßen Pkw, der 1970 einen Doppelsieg bei der Rallye Monte Carlo einfuhr, lehnten die SED-Parteifunktionäre ab. Moderne Modelle hätten die Nachfrage – Wartezeiten von zehn und mehr Jahren waren die Regel – weiter verschärft. Es hält sich das Gerücht, Pläne für Trabant-Prototypen seien in Wolfsburg gelandet und der erste VW Golf sei quasi in Wahrheit in Zwickau erfunden worden. Ein Trabi-Viertakter mit Polo-Motor ging erst 1990 und damit viel zu spät in Serie.

Im Zwickauer Nordwesten lebt der Werksname, welcher sich von der Rennstrecke Sachsenring im Landkreis Zwickau ableitet, weiter: im Firmennamen „Sachsenring Karosseriemodule“ sowie in Bezeichnungen wie „Klubhaus Sachsenring“, Bushaltestelle „Sachsenring“, „Kindertagesstätte Sachsenring“, „Sachsenring-Apotheke“ und „Tennisclub Sachsenring“. Auch eine „Chorvereinigung Sachsenring“ gibt es in Zwickau.

Der Zwickauer „Verein Internationales Trabant Register“ pflegt das „Kulturgut Trabant“. Er ist Inhaber der Marken „Trabant“, „601 de luxe“ und Sachsenring-„S“ und gehört zu den Organisatoren des Internationalen Trabantfahrer-Treffens (ITT). Die Szene trifft sich auch beim „Trabant- und Ostfahrzeugtreffen“ des Trabant-Clubs Zwickau. Der Dokumentarfilm „Wolle auf Asphalt“ feierte 2017 in Zwickau – wo sonst – Premiere.

Auch andernorts huldigt man dem Kleinwagen mit einer Mischung aus Kult, Kitsch und Kommerz. ZWICKAUTOPIA hat sich in Berlin, Dresden, Kopenhagen, Los Angeles und Prag auf die Spuren des rollenden Zwickauer Botschafters begeben.

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Theaterreformerin Friederike Caroline Neuber: Von Zwickau auf die Bühnen Europas

Am Zwickauer Neuberinplatz, benannt nach der Theaterreformerin und Schauspielerin Friederike Caroline Neuber (1697-1760), drehen sich bald die Baukräne. Für rund 14 Millionen Euro lässt die Stadt Zwickau das baufällige Gewandhaus, in dem seit 1823 das Theater residiert, sanieren. Der aus dem Vogtland stammenden, in Zwickau aufgewachsenen Namensgeberin des Platzes und Theatervereins wird an zahlreichen Orten in Mitteldeutschland mit Ehrungen gedacht.

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Gurlitts Geist, Glücksfall Pechstein: Auf den Spuren der Zwickauer Expressionisten

New York? Berlin? ‪Zwickau‬! 3.000 Besucher sahen 2015 die Ausstellung „Perlmutt“ des international renommierten Künstlerehepaars Rosa Loy (gebürtige Zwickauerin) und Neo Rauch. „Warum ausgerechnet in Zwickau?“, fragte die FAZ. Rauch und Loy seien im Grunde „zu berühmt für Zwickau (…), die kleine Stadt in Sachsen, die gerade eine Haushaltssperre verhängen musste, weil der VW-Konzern zu den Hauptarbeitgebern zählt und die Zukunft wieder unsicher geworden ist.“ Reaktionen wie diese bewiesen, dass dem Verein Freunde Aktueller Kunst ein Coup gelungen war. Auch 2016 setzt Zwickau, das gewöhnlich als Automobil- und Robert-Schumann-Stadt wahrgenommen wird, ein Ausrufezeichen in der Kunstszene. Noch bis 3. Oktober zeigt das in den Kunstsammlungen Zwickau integrierte Max-Pechstein-Museum die Ausstellung „Der Traum vom Paradies. Max und Lotte Pechsteins Reise in die Südsee“. Auf Grundlage der Reisetagebücher will das Museum die beschwerliche, vom Kriegsausbruch überschattete Reise zu den Palau-Inseln im Jahr 1914 erstmals systematisch rekonstruieren.

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Warum Magdeburg einen Zwickauer verehrt

Der 1. FC Magdeburg hat sich 2015 in der Regionalliga einen spannenden Zweikampf mit dem FSV Zwickau geliefert – mit dem besseren Ende für die Elbestädter. Ein Jahr später sind die Westsachsen dem 1. FCM nun in die Dritte Bundesliga gefolgt. Beide Mannschaften bestreiten am 1. September das allererste Ligaspiel im neuen Zwickauer Fußballstadion, welches im Stadtteil Eckersbach entstanden ist und knapp 10.000 Zuschauer fasst – erweiterbar auf zweitligafähige 15.000 Plätze. Während Aufsteiger Zwickau in seiner ersten Profi-Saison seit dem Zweitliga-Abstieg 1998 zunächst den Klassenerhalt anstrebt, schielt Magdeburg bereits Richtung zweite Liga. Nach dem sensationellen vierten Platz in seiner ersten Profi-Saison seit der Wiedervereinigung will der Verein aus der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts an den Glanz alter Zeiten anknüpfen. In der DDR gehörten die Blau-Weißen zu den erfolgreichsten Fußballmannschaften, was sie maßgeblich Heinz Krügel (1921-2008) zu verdanken haben. Der Meistertrainer wurde im Zwickauer Stadtteil Oberplanitz geboren.

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Eine Festung für den FSV: Zwickaus langer Weg zum neuen Stadion in Eckersbach

Am 22. August beginnt im Zwickauer Fußball eine neue Ära. Dann tritt der FSV Zwickau zum ersten Heimspiel im neuen „Stadion Zwickau“ an der Stadionallee 1 an. Attraktiver Gegner in der ersten Runde des DFB-Pokals ist das Bundesliga-Gründungsmitglied Hamburger SV. Das Schmuckkästchen im Stadtteil Eckersbach fasst 10.000 Zuschauer. Alle 6.500 Sitz- und 3.500 Stehplätze sind überdacht. Dank offener Ecken lässt sich die reine Fußballarena, für die noch ein Namenssponsor gesucht wird, auf zweitligataugliche 15.000 Plätze erweitern. Ohne das neue Stadion hätte Zwickau, frischgebackener Aufsteiger in die dritte Bundesliga, in seiner ersten Profi-Saison seit 1998 in eine andere Stadt ausweichen müssen.

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