Zwickaus DDR-Architektur erlebt ihr „blaues Wunder“

Die Stadt Zwickau hat sich 2017 von einem erhaltenswerten Stück DDR-Architektur getrennt. Die Fußgängerbrücke „Blaues Wunder“ wurde abgerissen und durch Zebrastreifen ersetzt. Obwohl das blau lackierte Bauwerk einen geringen architektonischen Wert aufwies, war es ein städtebaulicher Ausdruck seiner Zeit und für den Stadtteil Eckersbach ortsbildprägend. Ein weiterer Wermutstropfen für viele Eckersbacher und Straßenbahnfreunde: Mit dem Blauen Wunder ist zugleich ein beliebter Aussichts- und Fotostandpunkt verschwunden. Auch die Tage der Zentralhaltestelle, zur Eröffnung 1988 ein Schmuckstück der DDR-Moderne, sind gezählt.

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Verzwickte Streetart

Der Zwickauer Tätowierer Randy Engelhard gehört zu den bekanntesten seiner Zunft. In der Fernsehshow „Horror Tattoos – Deutschland, wir retten deine Haut!“ (Pro Sieben, Sixx) gestaltet er misslungene Tattoos um – mit verblüffenden Ergebnissen. Engelhard betreibt in der Zwickauer Innenstadt an der Peter-Breuer-Straße 17 die schicke „Lifestyle-Passage“. Herzstück ist sein Tätowierstudio „Heaven of Colours“ – freie Termine sind heiß begehrt. Auch Prominente wie Sophia Thomalla begeben sich in die Hände des Meisters der Körperkunst, der sich seiner Heimatstadt verbunden fühlt. Hier organisiert Randy Engelhard die Messe „Tattoo Expo“ und ließ kürzlich gegenüber vom Tattoo-Studio die Parkplatzwände mit kunstvollen Graffiti-Bildern gestalten. Dieser Streetart-Aktion in unmittelbarer Nähe zum Dom St. Marien war ein öffentlich ausgetragener Streit mit dem Rathaus vorausgegangen.

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Kommt Zeit, kommt Rad!

Rund 30 Zwickauer Bürger schwangen sich am 21. August 2017 auf ihr Fahrrad und starteten mit Oberbürgermeisterin Pia Findeiß zur ersten Stadtfahrradtour. Die fast sieben Kilometer lange Premierenroute führte vom Hauptmarkt über die für Radfahrer freigegebene Hauptstraße in die Nordvorstadt und weiter nach Marienthal. Die Drahtesel-Karawane legte mehrere Zwischenstopps ein. Autofahrer und Passanten staunten angesichts des Pulks aus Pedalrittern. An den Etappenorten erläuterten OB Findeiß, Ulrich Skaruppe vom Tiefbauamt und Uwe Ziesler von der Stabsstelle Stadtentwicklung Ideen und konkrete Vorhaben, wie der Radverkehr in die Gänge kommen soll.

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Hygiene-Institut macht Platz für Westsächsische Hochschule

Am 24. April setzt der Freistaat Sachsen eines der wichtigsten Zwickauer Innenstadt-Vorhaben der kommenden Jahre in Gang. Der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) beginnt mit dem Abriss des Hauses Äußere Schneeberger Straße 5, vielen Zwickauern noch als „Hygiene-Institut“ bekannt. „Seinen 68. Geburtstag wird das Gebäude nicht mehr erleben“, teilte der SIB jetzt mit. Ab Anfang Mai werde es Stück für Stück abgetragen. Auf der freiwerdenden Fläche soll ein Hochschulneubau mit bemerkenswerter Fassade entstehen (ZWICKAUTOPIA berichtete).

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Hochschule will Zwickaus City mehr junges Leben einhauchen

Knapp zehn Monate nach der Premiere haben die Tageszeitung „Freie Presse“ und die Stadtverwaltung Zwickau ein zweites „City-Forum“ organisiert. Rund 130 Gäste fanden sich am 8. September in der Aula der Westsächsischen Hochschule ein, um sich über die Visionen für eine lebenswerte Innenstadt und Außenwirkung Zwickaus zu informieren, Ideen auszutauschen und Denkanstöße zu geben. Redner des Abends waren Oberbürgermeisterin Pia Findeiß, Stadtmarketing-Experte Karl-Heinz König, Zwickaus Hochschulkanzler Ralf Steiner und Jens Preißler, Center-Manager der Zwickau-Arcaden. ZWICKAUTOPIA fasst die wesentlichen Inhalte der Veranstaltung zusammen.

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Als Shopping noch „zum Schocken“ hieß

1907 gründeten Salman (1877-1959) und Simon Schocken (1874-1929) im Gebäude Hauptmarkt 26 („Goldener Anker“) die Firma „I. Schocken Söhne Zwickau“ (I.S.S.). Das I im Namen war eine Geste, mit der die Brüder ihren Vater Immanuel ehrten. Das jüdische Unternehmen galt vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten mit rund 6.000 Mitarbeitern als größte Warenhauskette Sachsens und eine der fünf größten in Deutschland. Schocken setzte im Handel neue Maßstäbe und schuf das, was man heute „Corporate Identity“ nennt: Die Marke – erkennbar am kantigen S – stand für Kundenservice, Qualitätskontrolle, erschwingliche und stabile Preise, gut ausgebildete Verkäufer, professionelle Werbung und strenge Zentralisierung.

Die Zwickauer Zentrale organisierte Einkauf, Verkauf, Reklame und Personalleitung. Ein eigenes Baubüro plante Neubauten. „Zum Schocken“ ging man in sächsischen Städten, Nürnberg, Stuttgart, Augsburg, Regensburg, Pforzheim, Bremerhaven, Cottbus, Zerbst und Waldenburg in Schlesien. Die Nazis boykottierten die Filialen und diffamierten sie als „Ramschbuden“. Die Schocken AG wurde arisiert und in Merkur AG umbenannt. 1953 verkaufte Salman Schocken den zurückerlangten Besitz an „Merkur, Horten & Co.“ mit Sitz in Nürnberg. In Sachsen wurden die Merkur-Filialen enteignet und dem Verband Sächsischer Konsumgenossenschaften angeschlossen. 2014 entschied das Berliner Verwaltungsgericht, dass die Bundesrepublik Deutschland die Erben mit etwa 50 Millionen Euro inklusive Zinsen entschädigen muss. Schon in den 1990er Jahren waren etwa 30 Millionen DM an Entschädigung bei der Privatisierung des Kaufhauses in Chemnitz gezahlt worden.

In der Bevölkerung von Nürnberg, Stuttgart, Chemnitz und Zwickau lebt der Name Schocken bis heute fort. ZWICKAUTOPIA hat sich vor Ort umgeschaut, was aus den Kaufhäusern geworden ist.

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Dringend gesucht: Investoren, Ideen und Initiativen für Zwickaus Innenstadt

In der Zwickauer Innenstadt herrschte auch 2015 ein reges Kommen und Gehen. Das Modehaus Wöhrl kündigte für das nächste Frühjahr seinen Rückzug an, weshalb bald die dritte große Kaufhaus-Immobilie ganz oder weitgehend leer stehen wird. Auf dem Hauptmarkt gingen im Lokal „Citylight“ die Lichter aus. Tchibo, Fisch & Meer und der Traditionshändler Elektro-Queck schlossen ihre Geschäfte in der Hauptstraße. Der Kaffeeröster zog in die Innere Plauensche Straße ins Umfeld der Zwickau-Arcaden, an denen der Handel im Wandel ebenfalls nicht spurlos vorübergeht. Die ehemaligen Ladenflächen von S’Oliver, Tom Tailor und Hot Dog King stehen leer. Juwelier Christ wird die Modekette Cecil ersetzen, die das Center ebenso wie Rossmann verlassen hat. Konkurrent dm übernahm die Filiale. Die ehemaligen dm-Räume in der Inneren Plauenschen Straße bezog der Deko-Spezialist Depot. Gleich um die Ecke, in der Peter-Breuer-Straße, eröffnete der bundesweit bekannte TV-Tätowierer Randy Engelhard („Horror Tattoos – Deutschland, wir retten Deine Haut!“, Sixx) ein neues Studio.

Mit Zustand und Zukunft des Zwickauer Zentrums beschäftigte sich in den vergangenen Monaten die lokale Tageszeitung Freie Presse. Beim „City-Forum“ des Blattes kamen Experten und Bürger zu Aspekten der Innenstadt-Entwicklung zu Wort. Die Aktion gipfelte in einem Bürgerforum, zu dem Stadtverwaltung und Zeitung am 5. November in den mit rund 250 Gästen voll besetzten Bürgersaal des Rathauses einluden. Im Mittelpunkt des Abends standen eine lebenswerte Innenstadt und positive Außenwirkung Zwickaus. Beiläufig bemerkt: Die Freie Presse geht in Sachen City-Belebung mit keinem guten Beispiel voran. Die Zwickauer Geschäftsstelle des Verlages in der Hauptstraße zeichnet sich mit ihrem Ladenschluss um 17:30 Uhr sowie samstags um 11 Uhr durch ausgesprochen kundenunfreundliche und unzeitgemäße Öffnungszeiten aus.

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