Textilruine „Aktivist“ geht es an den Kragen

Nach dem umstrittenen Abriss des Gardinen- und Dekowerkes (Gardeko) an der Werdauer Straße (2011/12) verschwindet derzeit ein weiteres Stück Zwickauer Textilindustriegeschichte aus dem Stadtbild: Dem „Aktivist“ schlägt die letzte Stunde. Für rund 1,2 Millionen Euro lässt die Stadt nach Jahren schwieriger Grundstücksverhandlungen, komplexer Voruntersuchungen und Planungen die Ruine der ehemaligen Strickwarenfabrik im Stadtteil Oberplanitz komplett abreißen. Kontaminierte Bodenbereiche werden beseitigt bzw. saniert. Der einsturzgefährdete Schandfleck inmitten eines Wohngebietes stellte eine Gefahrenquelle für Kinder dar und war dem Vandalismus preisgegeben. 2016 fing der Dachstuhl Feuer. Das Abrissvorhaben wird zu 90 Prozent über das Programm Brachenrevitalisierung durch den Freistaat Sachsen gefördert. Der Eigenanteil der Stadt beläuft sich auf rund 136.500 Euro.

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Neue Pläne für Neuplanitz

Wegzug, Leerstand und Abriss prägten seit der Wiedervereinigung die Entwicklung von Neuplanitz, Zwickaus zweitgrößtem DDR-Neubaugebiet. Stadt und Wohnungsbaugesellschaften wirken diesen Tendenzen entgegen und investieren in die Aufwertung des von 1973 bis Anfang der 1980er Jahre für rund 20.000 Menschen errichteten Plattenbauviertels. Wohngebäude wurden energetisch und altersgerecht saniert. Das Wohnumfeld wurde durch die aufgelockerte Bebauung und mehr Grünflächen aufgewertet. Der Bau einer Umgehungsstraße und Straßenbahntrasse (jeweils 2005 eröffnet) sorgten für eine Verkehrsberuhigung. Die Gebäude- und Grundstücksgesellschaft GGZ, die in Neuplanitz ca. 1.800 Wohnungen besitzt, startete 2014 eine Werbekampagne für das Wohngebiet, das in Sachen Kindergärten, Schulen, Ärzteversorgung, Einkaufsmöglichkeiten und Nahverkehr gut erschlossen ist. Im Februar 2017 hat die Stadt Zwickau zwei neue Pläne für Neuplanitz angeschoben.

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Auf den Spuren großer Zwickauer in Wien und Amsterdam

Meine beiden letzten Recherchereisen für die Serie „Auf Zwickauer Spuren“ in der Tageszeitung „Freie Presse“ führten mich in zwei europäische Hauptstädte. Wien  wurde zur Schicksalsstadt für den Zwickauer Fußball und Künstler aus der Muldestadt. Dort habe ich mich auf die Spuren der Kicker des Planitzer SC, von Jürgen Croy, Gert Fröbe, Robert und Clara Schumann begeben. Das rastlose Musikerpaar gastierte auch in Amsterdam. Ihre dortige Wirkungsstätte ist ein beliebtes Fotomotiv.

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Warum Magdeburg einen Zwickauer verehrt

Der 1. FC Magdeburg hat sich 2015 in der Regionalliga einen spannenden Zweikampf mit dem FSV Zwickau geliefert – mit dem besseren Ende für die Elbestädter. Ein Jahr später sind die Westsachsen dem 1. FCM nun in die Dritte Bundesliga gefolgt. Beide Mannschaften bestreiten am 1. September das allererste Ligaspiel im neuen Zwickauer Fußballstadion, welches im Stadtteil Eckersbach entstanden ist und knapp 10.000 Zuschauer fasst – erweiterbar auf zweitligafähige 15.000 Plätze. Während Aufsteiger Zwickau in seiner ersten Profi-Saison seit dem Zweitliga-Abstieg 1998 zunächst den Klassenerhalt anstrebt, schielt Magdeburg bereits Richtung zweite Liga. Nach dem sensationellen vierten Platz in seiner ersten Profi-Saison seit der Wiedervereinigung will der Verein aus der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts an den Glanz alter Zeiten anknüpfen. In der DDR gehörten die Blau-Weißen zu den erfolgreichsten Fußballmannschaften, was sie maßgeblich Heinz Krügel (1921-2008) zu verdanken haben. Der Meistertrainer wurde im Zwickauer Stadtteil Oberplanitz geboren.

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Eine Festung für den FSV: Zwickaus langer Weg zum neuen Stadion in Eckersbach

Am 22. August beginnt im Zwickauer Fußball eine neue Ära. Dann tritt der FSV Zwickau zum ersten Heimspiel im neuen „Stadion Zwickau“ an der Stadionallee 1 an. Attraktiver Gegner in der ersten Runde des DFB-Pokals ist das Bundesliga-Gründungsmitglied Hamburger SV. Das Schmuckkästchen im Stadtteil Eckersbach fasst 10.000 Zuschauer. Alle 6.500 Sitz- und 3.500 Stehplätze sind überdacht. Dank offener Ecken lässt sich die reine Fußballarena, für die noch ein Namenssponsor gesucht wird, auf zweitligataugliche 15.000 Plätze erweitern. Ohne das neue Stadion hätte Zwickau, frischgebackener Aufsteiger in die dritte Bundesliga, in seiner ersten Profi-Saison seit 1998 in eine andere Stadt ausweichen müssen.

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Die Planitz-Familie: Zwickaus größter Stadtteil und seine Namensvettern

Als Zwickau 1944 die Kleinstadt Planitz eingemeindet hat, war das eine Zweck-, keine Liebesheirat. Mit den über 20.000 Planitzern stieg Zwickau in den exklusiven Club der deutschen Großstädte auf. Das spezielle Planitzer Lokalkolorit ist nach über 72 Jahren Ehe nicht verblasst. Der Zwickauer Süden pflegt beharrlich seine Eigen- und Besonderheiten: Zu Weihnachten dreht sich auf dem Planitzer Markt eine eigene Pyramide, man gibt eine launige Monatszeitschrift heraus („Der Planitzer“) und betont allzu gern, dass man Planitzer und kein Zwickauer ist. So eigenwillig sich Planitz auch gibt – ganz und gar einzigartig ist es nicht. Zwickaus größter Stadtteil besitzt im In- und Ausland einige Namensvettern. ZWICKAUTOPIA stellt die Planitz-Familie und einen Lokalpatrioten, dessen Todestag sich zum fünften Mal jährt, vor.

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Leerstand, Asphalt, Tristesse: Der Stolle-Platz im „Notstandsgebiet“ Niederplanitz

Die Sparkasse Zwickau hat Mitte Februar eine neue Zweigstelle an der Inneren Zwickauer Straße 25/27 eröffnet. Was wie eine erfreuliche Randnotiz aussieht, bekommt bei genauer Betrachtung eine größere Tragweite. Gleichzeitig hat das Geldhaus nämlich seine Filiale am 350 Meter entfernten Wilhelm-Stolle-Platz geschlossen – der Dolchstoß für das Stadtteilzentrum von Niederplanitz, das nun vollends verwaist. Der demografische Wandel und Stadtplanung, die zu Lasten der Stadtteile geht, spiegeln sich im Erscheinungsbild dieses Platzes wider. Als „fürchterlich“ hat Oberbürgermeisterin Pia Findeiß dessen Zustand bei der jüngsten Einwohnerversammlung für den Stadtbezirk Süd bezeichnet.

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