Zwickaus DDR-Architektur erlebt ihr „blaues Wunder“

Die Stadt Zwickau hat sich 2017 von einem erhaltenswerten Stück DDR-Architektur getrennt. Die Fußgängerbrücke „Blaues Wunder“ wurde abgerissen und durch Zebrastreifen ersetzt. Obwohl das blau lackierte Bauwerk einen geringen architektonischen Wert aufwies, war es ein städtebaulicher Ausdruck seiner Zeit und für den Stadtteil Eckersbach ortsbildprägend. Ein weiterer Wermutstropfen für viele Eckersbacher und Straßenbahnfreunde: Mit dem Blauen Wunder ist zugleich ein beliebter Aussichts- und Fotostandpunkt verschwunden. Auch die Tage der Zentralhaltestelle, zur Eröffnung 1988 ein Schmuckstück der DDR-Moderne, sind gezählt.

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Textilruine „Aktivist“ geht es an den Kragen

Nach dem umstrittenen Abriss des Gardinen- und Dekowerkes (Gardeko) an der Werdauer Straße (2011/12) verschwindet derzeit ein weiteres Stück Zwickauer Textilindustriegeschichte aus dem Stadtbild: Dem „Aktivist“ schlägt die letzte Stunde. Für rund 1,2 Millionen Euro lässt die Stadt nach Jahren schwieriger Grundstücksverhandlungen, komplexer Voruntersuchungen und Planungen die Ruine der ehemaligen Strickwarenfabrik im Stadtteil Oberplanitz komplett abreißen. Kontaminierte Bodenbereiche werden beseitigt bzw. saniert. Der einsturzgefährdete Schandfleck inmitten eines Wohngebietes stellte eine Gefahrenquelle für Kinder dar und war dem Vandalismus preisgegeben. 2016 fing der Dachstuhl Feuer. Das Abrissvorhaben wird zu 90 Prozent über das Programm Brachenrevitalisierung durch den Freistaat Sachsen gefördert. Der Eigenanteil der Stadt beläuft sich auf rund 136.500 Euro.

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Das U in Zwickau steht für „Ubineum“

In Brüssel gibt es ein Atomium, am Polarkreis ein Arktikum – und in Zwickau seit Neuestem ein Ubineum. So heißt fortan das ehemalige Erlenbad, welches innerhalb eines Jahres zu einem Kompetenzzentrum für Lösungen zum intelligenten Wohnen und Leben umgebaut worden ist. Das Besondere am Ubineum ist die Zusammenarbeit von Wohnungs- und Gesundheitswirtschaft, regionalem Energieversorger, Fachfirmen sowie Forschung und Entwicklung unter einem Dach. „Die Partner leben den Gedanken des Netzwerkes und stimmen sich im Interesse des Kunden untereinander ab“, teilt der Betreiber, die Gesellschaft für Intelligente Infrastruktur Zwickau (GIIZ), mit. Der ungewöhnliche Name „Ubineum“ wurde vom Begriff „ubiquitär“ (allgegenwärtig, überall verbreitet) abgeleitet.

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Zwickaus Gewandhaus erhält bis 2019 ein neues Kleid

Nachdem im Dezember die archäologischen Untersuchungen begonnen haben, startet im Frühjahr 2017 die eigentliche Sanierung des Zwickauer Gewandhauses – Hauptspielstätte des Theaters Plauen-Zwickau in der Muldestadt. Das von 1522 bis 1525 am Hauptmarkt als Zunft- und Handelshaus der Tuchmacherinnung errichtete Denkmal befindet sich in beklagenswertem Zustand. Bis zum Frühjahr 2019 soll es komplett erneuert und modernisiert werden. Die Kosten sind mit 14,25 Mio. Euro veranschlagt, rund 8,64 Mio. Euro erhält die Stadt Zwickau aus dem Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“. Bis dahin nutzt das Theater den Malsaal, die eigentliche Bühnenbild-Werkstatt, als Hauptspielstätte. Nahezu in Vergessenheit geraten sind Pläne der Nationalsozialisten, das Gewandhaus durch einen monumentalen Theaterneubau im Schwanenteichgelände abzulösen.

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Demografischer Wandel: Zuwanderung stoppt Zwickaus Einwohnerschwund

Zwickaus Stadtverwaltung hat im Dezember die neuesten Statistiken im Faltblatt „Zahlen und Fakten 2016“ veröffentlicht. Besonders interessant ist ein Blick auf die Einwohnerzahl: Erstmals seit der Wende nahm sie ohne Eingemeindungen zu und erreichte am 31. Dezember 2015 einen Stand von 91.384 Hauptwohnsitzen – ein zartes Plus von 0,16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig stieg der Ausländeranteil um 1,1 Punkte auf 4,1 Prozent (31.12.2014: 2.700, 31.12.2015: 3.780). Der seit Jahrzehnten währende Abwärtstrend wurde im Jahr 2015, dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise, also zumindest vorübergehend gestoppt. Seine höchste Einwohnerzahl registrierte Zwickau 1950 mit rund 139.000. Seit 2003 ist es keine Großstadt mehr. Was sind Gründe und Folgen dieses immensen Schrumpfungsprozesses? Was kann die Stadt tun, um den Strukturwandel zu bewältigen und die Bevölkerungszahl zu stabilisieren?

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Zwickau wird 2020 Sachsens Hauptstadt der Industriekultur

Sachsens Kabinett hat beschlossen, dass Zwickau 2020 die zentrale Schau der vierten Sächsischen Landesausstellung zum Thema Industriekultur ausrichten wird. Veranstaltungsort ist der Audi-Bau neben dem August-Horch-Museum. Das Klinkergebäude befindet sich auf einem Industriegelände, auf dem einst die Firma Audi gegründet worden ist. Zwickau, so Kunstministerin Eva-Maria Stange, sei eine Stadt mit langer und reichhaltiger Industrietradition. Silber- und Steinkohleförderung, die Tuchmacherzunft sowie der Maschinen- und Automobilbau hätten zum Wohlstand der westsächsischen Stadt beigetragen. „Die Stadt ist mit ihrer Geschichte ein sehr geeigneter Standort für eine Leitausstellung zur sächsischen Industriekultur, die die branchenübergreifenden Merkmale der industriekulturellen Entwicklung Sachsens darstellen wird. Der Freistaat gilt als Wiege der industriellen Entwicklung Deutschlands. Diese hat alle Facetten unseres Lebens geprägt und strahlt auch auf die Zukunft der Industrie aus. Dieses große und noch viel zu wenig behandelte Thema wollen wir in einer eigenen Landesausstellung präsentieren. Industriekultur ist Erbe und Auftrag zugleich“, betonte die Ministerin. Die Leitausstellung wird ergänzt durch sechs Begleitausstellungen in bereits vorhandenen Museen, u.a. im Zwickauer Horch-Museum, und ist für den Zeitraum Ende April bis Anfang November 2020 terminiert.

Eigentlich sollte die Schau schon 2018 im Horch-Hochbau (nicht zu verwechseln mit dem Horch-Museum!) in Zwickau stattfinden. Weil die Stadt sich mit Zeitplan und Kosten vergaloppierte, schickte sie den geplanten Archivneubau als Ersatz ins Rennen und hoffte auf eine Verschiebung des kulturellen Höhepunkts ins Jahr 2019. Das Ministerium machte Zwickau einen Strich durch die Rechnung, um der Landesgartenschau (Laga) 2019 in Frankenberg keine Konkurrenz zu bereiten. Zwickau hatte zugunsten der Ausstellung auf eine Laga-Bewerbung verzichtet und will dies nun für 2022 nachholen. ZWICKAUTOPIA fasst den verzwickten Werdegang des Projektes Landesausstellung zusammen.

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Über Sipro-Fläche ist Gras gewachsen – City-Tangente lässt auf sich warten

Im oberen Bereich der Zwickauer Bahnhofstraße (Ecke Spiegelstraße) haben vor rund einem Jahr die Abrissbagger „gewütet“. Dort ließ die Stadt den so genannten „Sipro“-Komplex abreißen. Die Arbeiten mussten schneller als geplant starten, da die Abbruchfirma „Gefahr in Verzug“ feststellte, wie die Stadtverwaltung im Oktober 2015 mitteilte. Ein „Schaden im Dach mit einhergehender Witterungsanfälligkeit“ habe zu zwei Deckeneinbrüchen und einem beginnenden Aufwölben des Hauses geführt. Wegen „akuter Einsturzgefahr“ seien Rückbau bzw. Abriss sofort in die Wege geleitet worden. Die Bahnhofstraße wurde noch am gleichen Tag in diesem Bereich voll gesperrt, der Straßenbahnverkehr zum Hauptbahnhof eingestellt.

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