Zebrastreifen ersetzen Zwickaus „Blaues Wunder“

Zwickau verliert ein weiteres Stück DDR-Architektur, denn die Tage der markanten Fußgängerbrücke „Blaues Wunder“ im Stadtteil Eckersbach sind gezählt. Seit Mitte der 1980er Jahre erhebt sich das inzwischen marode Bauwerk über die Sternenstraße im DDR-Neubaugebiet Zwickau-Eckersbach. Die Brücke befindet sich in Höhe des einstigen Stadtteilzentrums „Eckersbacher Markt“ und dient trotz fehlender Barrierefreiheit auch als Zugang zur Straßenbahnhaltestelle „Eckersbach-Mitte“. Vergleichbare Bauwerke sind bereits 2004 in Leipzig am Tröndlin-/Goerdelering und 2016 in Dresden an der Albertstraße abgerissen worden. Warum folgt Zwickau diesen Beispielen?

„Zebrastreifen ersetzen Zwickaus „Blaues Wunder““ weiterlesen

Neubautrasse oder Abstellgleis: Wohin steuert Zwickaus Bahnhofs-Tram?

Die Straßenbahn zum Zwickauer Hauptbahnhof steht 41 Jahre nach ihrer erstmaligen Stilllegung wieder vor dem Aus. Der noch vor der Wende mit großem Aufwand wieder aufgebaute, nur rund einen Kilometer lange Streckenast gilt als Sorgenkind der Städtischen Verkehrsbetriebe Zwickau (SVZ). Der Hauptbahnhof liegt an keiner der beiden Schienenmagistralen Eckersbach – Neuplanitz (Linie 3) und Pölbitz – Städtisches Klinikum (4). Die SVZ müssen daher mindestens eine Zusatzlinie betreiben, um den Bahnhof ins Netz einzubinden. Dies bedeutet: mehr Fahrzeuge, mehr Wartung, mehr Personal – unter dem Strich also höhere Kosten. Die Nebenlinien Klinikum – Hauptbahnhof (Linie 5) und Pölbitz – Hauptbahnhof (Linie 7) verkehren montags bis freitags lediglich bis etwa 17 Uhr. Danach und am Wochenende lassen die SVZ ausschließlich Busse am Hauptbahnhof der 90.000-Einwohner-Stadt halten.

Am 24. November wird der Zwickauer Stadtrat über einen „Grundsatzbeschluss zum Erhalt der Straßenbahnführung zum Bahnhof und Schaffung einer zweigleisigen Verbindung der Stadtbahn zwischen Bahnhof und Werdauer Straße gemäß ÖPNV-Konzept“ diskutieren. Dem Vernehmen nach stehen die Zeichen auf Rot: Dem weitsichtigen Konzept, welches die Verschmelzung der Bahnhofslinien mit der Hauptlinie 4 vorsieht, droht eine kurzsichtige Entscheidung – Stilllegung! Zwickau wäre die vermutlich erste deutsche Straßenbahnstadt, die ihren Hauptbahnhof vom Netz kappt.

„Neubautrasse oder Abstellgleis: Wohin steuert Zwickaus Bahnhofs-Tram?“ weiterlesen

Im Silberpfeil nach Zwickau

Mit dem Einsatz modernisierter DDR-Reichsbahnwaggons und der Einführung von Frauenabteilen auf der Strecke Leipzig – Chemnitz hat die Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) 2015/16 für Verärgerung und Aufregung unter den Fahrgästen gesorgt. Kürzlich hat der private Bahnbetreiber von der Bahn-Tochter DB Regio auch die Linien Dresden – Chemnitz – Zwickau – Hof (RE 3) und Dresden – Chemnitz – Zwickau (RB 30) übernommen. Auf diesen Strecken setzt die MRB moderne Elektrotriebzüge der Herstellers Alstom ein. ZWICKAUTOPIA hat das neue Angebot getestet.

„Im Silberpfeil nach Zwickau“ weiterlesen

Eine Festung für den FSV: Zwickaus langer Weg zum neuen Stadion in Eckersbach

Am 22. August beginnt im Zwickauer Fußball eine neue Ära. Dann tritt der FSV Zwickau zum ersten Heimspiel im neuen „Stadion Zwickau“ an der Stadionallee 1 an. Attraktiver Gegner in der ersten Runde des DFB-Pokals ist das Bundesliga-Gründungsmitglied Hamburger SV. Das Schmuckkästchen im Stadtteil Eckersbach fasst 10.000 Zuschauer. Alle 6.500 Sitz- und 3.500 Stehplätze sind überdacht. Dank offener Ecken lässt sich die reine Fußballarena, für die noch ein Namenssponsor gesucht wird, auf zweitligataugliche 15.000 Plätze erweitern. Ohne das neue Stadion hätte Zwickau, frischgebackener Aufsteiger in die dritte Bundesliga, in seiner ersten Profi-Saison seit 1998 in eine andere Stadt ausweichen müssen.

„Eine Festung für den FSV: Zwickaus langer Weg zum neuen Stadion in Eckersbach“ weiterlesen

Raum Leipzig/Halle: Zu Besuch auf den Zwickauer Straßen und im City-Tunnel

Großstadt-Magistrale und Dorfidylle: So gegensätzlich präsentieren sich die Zwickauer Straßen in Leipzig und Halle. Allgegenwärtig ist der Name Zwickau entlang der S-Bahn-Trasse zwischen den Metropolen in Sachsen und Sachsen-Anhalt. ZWICKAUTOPIA hat sich vor Ort umgeschaut.

„Raum Leipzig/Halle: Zu Besuch auf den Zwickauer Straßen und im City-Tunnel“ weiterlesen

Das Zwei-Drittel-Projekt: Unvollendete Linie 3 fährt seit zehn Jahren bis Neuplanitz

Vor fast zehn Jahren erhielt Zwickau-Neuplanitz als eines der letzten großen DDR-Neubaugebiete einen Straßenbahnanschluss. Die Verlängerung der Linie 3 Eckersbach – Stadthalle zum Findeisenweg in Neuplanitz war eines der umstrittensten Zwickauer Infrastruktur-Projekte nach der Wiedervereinigung. Dieser 4,3 Kilometer lange Trassenabschnitt kostete 46,6 Millionen Euro, wovon der Freistaat Sachsen 75 Prozent übernahm. Das Vorhaben sei trotz der Förderung zu teuer und überhaupt unsinnig, meinten die Kritiker angesichts des starken Bevölkerungsrückgangs nach der Wende. Bis dato war die Einwohnerzahl in Neuplanitz – ein ab 1973 für rund 20.000 Menschen in Plattenbauweise errichtetes Wohngebiet – um gut die Hälfte gesunken. Die Tram-Befürworter argumentierten mit der verkehrlichen und optischen Aufwertung des Stadtteils, der Umweltfreundlichkeit der Straßenbahn und dank neuer Fahrgäste mit der Stabilisierung des gesamten Tramnetzes. Die Städtischen Verkehrsbetriebe Zwickau (SVZ) betonten, dass der 1999 eröffnete, rund 2,5 Kilometer lange erste Bauabschnitt vom Tramknoten Neumarkt durch die Innenstadt bis zur Wendeschleife Stadthalle nur dann einen betriebswirtschaftlichen Sinn mache, wenn auch der zweite Bauabschnitt komme.

Obwohl sich der Bevölkerungsrückgang in Neuplanitz auf inzwischen rund 8.000 Einwohner fortgesetzt hat, ist die Straßenbahn aus dem Stadtteil nicht mehr wegzudenken. „Die Linie 3 ist die stärkste Linie im Netz der SVZ“, teilten die Verkehrsbetriebe auf Anfrage von ZWICKAUTOPIA mit. Gefeiert werde das zehnjährige Jubiläum allerdings nicht.

„Das Zwei-Drittel-Projekt: Unvollendete Linie 3 fährt seit zehn Jahren bis Neuplanitz“ weiterlesen

Zwickaus Obus-Zeitalter: 39 Jahre auf Draht zwischen Weißenborn und Stenn

Vor 40 Jahren wurde Zwickaus bis dato älteste Straßenbahnlinie, die Nummer 3 vom Hauptbahnhof über den Hauptmarkt in die Nachbarstadt Wilkau-Haßlau, eingestellt. Zur gleichen Zeit zeichnete sich im örtlichen Nahverkehr das Ende einer anderen Ära ab – das Zeitalter der Oberleitungsbusse. Die Verkehrsbetriebe setzten damals verstärkt Gelenk-Dieselbusse vom ungarischen Typ Ikarus ein, denn der Import neuer Obusse und Ersatzteile in die DDR lief aus. Nach und nach verschwanden die Busse mit den Fahrleitungsmasten aus dem Zwickauer Stadtbild: Zunächst wurden die Anhänger aus dem Verkehr gezogen; es folgte ein Mischbetrieb Obus/Omnibus. Schließlich fuhren die Obusse nur noch als Verstärker. Nach fast 39 Jahren endete am 31. August 1977 der Betrieb auf Zwickaus einziger Obus-Linie Weißenborn (Stadtpark/Siedlung) – Poetenweg – Lichtentanne – Stenn (bis etwa 1956 Linie „E“, danach „A“, ab 1975 „17“).

„Zwickaus Obus-Zeitalter: 39 Jahre auf Draht zwischen Weißenborn und Stenn“ weiterlesen