Kommt Zeit, kommt Rad!

Rund 30 Zwickauer Bürger schwangen sich am 21. August 2017 auf ihr Fahrrad und starteten mit Oberbürgermeisterin Pia Findeiß zur ersten Stadtfahrradtour. Die fast sieben Kilometer lange Premierenroute führte vom Hauptmarkt über die für Radfahrer freigegebene Hauptstraße in die Nordvorstadt und weiter nach Marienthal. Die Drahtesel-Karawane legte mehrere Zwischenstopps ein. Autofahrer und Passanten staunten angesichts des Pulks aus Pedalrittern. An den Etappenorten erläuterten OB Findeiß, Ulrich Skaruppe vom Tiefbauamt und Uwe Ziesler von der Stabsstelle Stadtentwicklung Ideen und konkrete Vorhaben, wie der Radverkehr in die Gänge kommen soll.

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Neubautrasse oder Abstellgleis: Wohin steuert Zwickaus Bahnhofs-Tram?

Die Straßenbahn zum Zwickauer Hauptbahnhof steht 41 Jahre nach ihrer erstmaligen Stilllegung wieder vor dem Aus. Der noch vor der Wende mit großem Aufwand wieder aufgebaute, nur rund einen Kilometer lange Streckenast gilt als Sorgenkind der Städtischen Verkehrsbetriebe Zwickau (SVZ). Der Hauptbahnhof liegt an keiner der beiden Schienenmagistralen Eckersbach – Neuplanitz (Linie 3) und Pölbitz – Städtisches Klinikum (4). Die SVZ müssen daher mindestens eine Zusatzlinie betreiben, um den Bahnhof ins Netz einzubinden. Dies bedeutet: mehr Fahrzeuge, mehr Wartung, mehr Personal – unter dem Strich also höhere Kosten. Die Nebenlinien Klinikum – Hauptbahnhof (Linie 5) und Pölbitz – Hauptbahnhof (Linie 7) verkehren montags bis freitags lediglich bis etwa 17 Uhr. Danach und am Wochenende lassen die SVZ ausschließlich Busse am Hauptbahnhof der 90.000-Einwohner-Stadt halten.

Am 24. November wird der Zwickauer Stadtrat über einen „Grundsatzbeschluss zum Erhalt der Straßenbahnführung zum Bahnhof und Schaffung einer zweigleisigen Verbindung der Stadtbahn zwischen Bahnhof und Werdauer Straße gemäß ÖPNV-Konzept“ diskutieren. Dem Vernehmen nach stehen die Zeichen auf Rot: Dem weitsichtigen Konzept, welches die Verschmelzung der Bahnhofslinien mit der Hauptlinie 4 vorsieht, droht eine kurzsichtige Entscheidung – Stilllegung! Zwickau wäre die vermutlich erste deutsche Straßenbahnstadt, die ihren Hauptbahnhof vom Netz kappt.

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Eine Festung für den FSV: Zwickaus langer Weg zum neuen Stadion in Eckersbach

Am 22. August beginnt im Zwickauer Fußball eine neue Ära. Dann tritt der FSV Zwickau zum ersten Heimspiel im neuen „Stadion Zwickau“ an der Stadionallee 1 an. Attraktiver Gegner in der ersten Runde des DFB-Pokals ist das Bundesliga-Gründungsmitglied Hamburger SV. Das Schmuckkästchen im Stadtteil Eckersbach fasst 10.000 Zuschauer. Alle 6.500 Sitz- und 3.500 Stehplätze sind überdacht. Dank offener Ecken lässt sich die reine Fußballarena, für die noch ein Namenssponsor gesucht wird, auf zweitligataugliche 15.000 Plätze erweitern. Ohne das neue Stadion hätte Zwickau, frischgebackener Aufsteiger in die dritte Bundesliga, in seiner ersten Profi-Saison seit 1998 in eine andere Stadt ausweichen müssen.

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Raum Leipzig/Halle: Zu Besuch auf den Zwickauer Straßen und im City-Tunnel

Großstadt-Magistrale und Dorfidylle: So gegensätzlich präsentieren sich die Zwickauer Straßen in Leipzig und Halle. Allgegenwärtig ist der Name Zwickau entlang der S-Bahn-Trasse zwischen den Metropolen in Sachsen und Sachsen-Anhalt. ZWICKAUTOPIA hat sich vor Ort umgeschaut.

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Das Zwei-Drittel-Projekt: Unvollendete Linie 3 fährt seit zehn Jahren bis Neuplanitz

Vor fast zehn Jahren erhielt Zwickau-Neuplanitz als eines der letzten großen DDR-Neubaugebiete einen Straßenbahnanschluss. Die Verlängerung der Linie 3 Eckersbach – Stadthalle zum Findeisenweg in Neuplanitz war eines der umstrittensten Zwickauer Infrastruktur-Projekte nach der Wiedervereinigung. Dieser 4,3 Kilometer lange Trassenabschnitt kostete 46,6 Millionen Euro, wovon der Freistaat Sachsen 75 Prozent übernahm. Das Vorhaben sei trotz der Förderung zu teuer und überhaupt unsinnig, meinten die Kritiker angesichts des starken Bevölkerungsrückgangs nach der Wende. Bis dato war die Einwohnerzahl in Neuplanitz – ein ab 1973 für rund 20.000 Menschen in Plattenbauweise errichtetes Wohngebiet – um gut die Hälfte gesunken. Die Tram-Befürworter argumentierten mit der verkehrlichen und optischen Aufwertung des Stadtteils, der Umweltfreundlichkeit der Straßenbahn und dank neuer Fahrgäste mit der Stabilisierung des gesamten Tramnetzes. Die Städtischen Verkehrsbetriebe Zwickau (SVZ) betonten, dass der 1999 eröffnete, rund 2,5 Kilometer lange erste Bauabschnitt vom Tramknoten Neumarkt durch die Innenstadt bis zur Wendeschleife Stadthalle nur dann einen betriebswirtschaftlichen Sinn mache, wenn auch der zweite Bauabschnitt komme.

Obwohl sich der Bevölkerungsrückgang in Neuplanitz auf inzwischen rund 8.000 Einwohner fortgesetzt hat, ist die Straßenbahn aus dem Stadtteil nicht mehr wegzudenken. „Die Linie 3 ist die stärkste Linie im Netz der SVZ“, teilten die Verkehrsbetriebe auf Anfrage von ZWICKAUTOPIA mit. Gefeiert werde das zehnjährige Jubiläum allerdings nicht.

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Zwickaus Obus-Zeitalter: 39 Jahre auf Draht zwischen Weißenborn und Stenn

Vor 40 Jahren wurde Zwickaus bis dato älteste Straßenbahnlinie, die Nummer 3 vom Hauptbahnhof über den Hauptmarkt in die Nachbarstadt Wilkau-Haßlau, eingestellt. Zur gleichen Zeit zeichnete sich im örtlichen Nahverkehr das Ende einer anderen Ära ab – das Zeitalter der Oberleitungsbusse. Die Verkehrsbetriebe setzten damals verstärkt Gelenk-Dieselbusse vom ungarischen Typ Ikarus ein, denn der Import neuer Obusse und Ersatzteile in die DDR lief aus. Nach und nach verschwanden die Busse mit den Fahrleitungsmasten aus dem Zwickauer Stadtbild: Zunächst wurden die Anhänger aus dem Verkehr gezogen; es folgte ein Mischbetrieb Obus/Omnibus. Schließlich fuhren die Obusse nur noch als Verstärker. Nach fast 39 Jahren endete am 31. August 1977 der Betrieb auf Zwickaus einziger Obus-Linie Weißenborn (Stadtpark/Siedlung) – Poetenweg – Lichtentanne – Stenn (bis etwa 1956 Linie „E“, danach „A“, ab 1975 „17“).

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Leerstand, Asphalt, Tristesse: Der Stolle-Platz im „Notstandsgebiet“ Niederplanitz

Die Sparkasse Zwickau hat Mitte Februar eine neue Zweigstelle an der Inneren Zwickauer Straße 25/27 eröffnet. Was wie eine erfreuliche Randnotiz aussieht, bekommt bei genauer Betrachtung eine größere Tragweite. Gleichzeitig hat das Geldhaus nämlich seine Filiale am 350 Meter entfernten Wilhelm-Stolle-Platz geschlossen – der Dolchstoß für das Stadtteilzentrum von Niederplanitz, das nun vollends verwaist. Der demografische Wandel und Stadtplanung, die zu Lasten der Stadtteile geht, spiegeln sich im Erscheinungsbild dieses Platzes wider. Als „fürchterlich“ hat Oberbürgermeisterin Pia Findeiß dessen Zustand bei der jüngsten Einwohnerversammlung für den Stadtbezirk Süd bezeichnet.

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